Aktuelles 2020

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20/04/02

Coronavirus - Covid-19…… // 

Update:  Ab Montag den 6.4. wird der laufende Praxisbetrieb wieder voll aufgenommen, es gelten allerdings folgende Einschränkungen:

 - Mein Patientengut besteht zu einem großen Teil aus Autoimmunerkrankten, damit gehört es zu einer besonders schützenswerten Bevölkerungsgruppe. Da dies eine Einbestellpraxis und keine Wartezimmerpraxis ist, laufen Sie nicht Gefahr sich bei anderen Patienten anzustecken. Trotzdem haben Sie mich als Gegenüber, ebenso habe ich Sie als Gegenüber. Ich werde bei einem Gespräch, das den gebührenden Abstand von 2 Metern garantiert, keine Maske tragen, ebenso müssen Sie das auch nicht tun.

 - Sollte es zu Untersuchungen, Blutabnahmen u.a. kommen, werde ich Atemschutzmaske und Handschuhe tragen, Sie selbst sollten wenn möglich ebenso eine dabeihaben, da man sich näherkommt. Das gibt Ihnen und mir die größtmögliche Sicherheit, da der Tröpfcheninfekt der Hauptübertragungsweg ist. Ich selbst habe zwar ein gut funktionierendes Immunsystem, anlässlich eines größeren operativen Eingriffes im Dezember letzten Jahres bin ich zwar von den Kräften her wiederhergestellt, aber evt. anfälliger als sonst, also ist es auch in meinem Interesse, dass beide geschützt sind.

 - Bei SARS-Cov-2 - Anzeichen wie trockenem Husten, Fieber etc. bitte ich Sie Ihren Hausarzt aufzusuchen.

 - und hier noch etwas wertvolle, unaufgeregte Information für Sie.... 

 oder hier:

Was können Sie für ein gutes Immunsystem tun?

  • Versorgen Sie sich mit Vitamin D, es spielt eine entscheidende Rolle bei der Aufrechterhaltung des Immunsystems (können Sie einfach recherchieren, mehr als 3000 Studien dazu verfügbar), wird gewichtsadaptiert berechnet und es gilt die  Faustregel: ein 70 kg schwerer Mensch benötigt 4000 I.E. pro Tag. ( Sollte Ihnen oder Ihrem Hausarzt das nicht bekannt sein, so liegt das daran, dass wissenschaftliche Erkenntnisse etwa 10-15 Jahre brauchen, bis sie sich in der evidenzbasierten Medizin niederlassen ).
  • Ebenso ist Vitamin C und Zink wesentlich, Vitamin C in einer täglichen Menge von 2 x 500 mg bringt Ihren Vitamin-C-Spiegel im Blut auf ca. 90 µmol/l, das ist ausreichend um die Immunaktivität zu gewährleisten. Und Zink in einer Dosierung von ca 20-25 mg/Tag ( solange man nicht aus anderen Gründen auf die genaue Zinkzufuhr achten muss wie z.B. bei einer HPU ) ist ebenso ausreichend. Zink hemmt die intrazelluläre Virenreplikation. (Vitamin A,E, Selen sowie Omega-3-Fettsäuren, grüner Tee z.B. und ausreichend Bewegung  runden das gut ab ) Mit diesen Maßnahmen haben Sie schon fast soviel für sich getan wie eine „Impfung“. 
  • Wenn Sie dann noch Kapazitäten frei haben noch mehr für sich zu tun, geben Sie Ihrem Darm was er braucht, 80% unseres Immunsystems werden im Darm gebildet und trainiert, der Darm braucht für das „Training“ ein saures Milieu und verantwortlich dafür und auch die positive Abwehrleistung sind die sogenannten Milchsäurebakterien ( z.B. Lactobazillen und Bifidobakterien ). Von diesen haben wir fast alle zu wenig, sie werden konstant reduziert einfach durch unsere aktuelle Lebensweise und Stress. Diese könnten Sie zuführen über Probiotika um sich stabil zu halten, oder eleganter und wesentlich kostengünstiger, über Fermentiertes. Sie alle  kennen Fermente, Ihr täglicher Kaffee zählt dazu, auch Schinken oder Käse. Gemeint sind hier aber Fermente mit aktiven lebendigen Kulturen wie z.B. frisches Sauerkraut, Joghurt, Kefir, Kombucha usw.... täglich in kleinen Portionen zugeführt vermehren sie die lebenswichtigen guten Bakterien im Darm. Und dabei sind nicht die Sauerkrautdosen und Joghurt aus dem Supermarkt gemeint, diese sind hocherhitzt und somit "bakteriell klinisch tot", gemeint sind frische oder selbstgemachte Produkte.

Natürlich sind das Allgemeinmaßnahmen und setzen voraus, dass Sie kein kompliziertes oder schwerwiegendes Krankheitsgeschehen im Hintergrund haben, dann müsste man schon mehr tun um Sie in einen guten Zustand zu bringen. Aber eine Verbesserung ist auch hier mit diesen einfachen Dingen möglich. Ich wünsche Ihnen eine gute Gesundheit!

 

20/02/07

Zähne und Immunsystem… // 

Auch wenn Sie es nicht hören wollen – Sie werden kaum gesund werden wenn Sie die falschen zahnärztlichen Werkstoffe im Mund haben. Ebenso wenn wurzelbehandelte oder tote Zähne im Mundraum sind wird das schwer.

Nicht JEDER,  der problematische Materialien oder wurzelbehandelte Zähne im Mund hat, wird automatisch krank, denn es spielt eine große Rolle wie Ihr restliche Gesundheitsverhalten ist, ob Sie sich ausgeglichen fühlen oder gute intakte Beziehungen pflegen, all das hat großen Einfluss auf Ihr Immunsystem. Sie können also diese Situation gut kompensieren.

Wenn Sie aber schon an einem korrumpierten Immunsystem leiden wie das z.B. bei Autoimmunerkrankungen ( Neurodermitis, Psoriasis, Hashimoto, Basedow, CED, Diabetes Typ1 u.a. ) der Fall ist, können Sie es sich langfristig nicht leisten, dass Ihr Immunsystem belastet wird. Chronische Entzündung ist hier das Stichwort.

Dabei geht die Diskussion weit über das bekannte und alle Körperzellen belastende Amalgam hinaus, das zu 50 % quecksilberhaltig ist und eine Halbwertszeit von 30 Jahren hat, auch andere Fremdstoffe belasten. Nach Amalgamentfernung verbaute Goldinlays sind schwierig, da Sie magnetisch das Quecksilber, das man loswerden will, bei einer Entgiftung im Mund hält ( Goldsucher benutzten früher Quecksilber um bei Goldwäsche das freie Gold an das Quecksilber zu binden ).  Am Problematischsten ist es wenn unter Goldinlays oder Kronen noch Amalgamreste bei nicht sachgemäßer Entfernung zu finden sind, ebenso ein Materialmix aus verschiedensten Metallen schafft den sogannten Batterieeffekt im Mund, oft Ursache für Spannungen im Kiefermuskel durch den elektromagentischen Fluss. Knirschen, Kopfschmerzen etc., all das kann auf das Konto vieler verschiedener Materialien im Mund gehen. Ebenso sind Titanimplantate mit hohem entzündungsförderndem Risiko behaftet, falsche Kunststoffe locken Bakterien an, gerade weil sie so „verträglich“ sein sollen, und schließlich die wurzelbehandelten, toten Zähne: sie oder besser gesagt die Bakterien, die unter Sauerstoffabschluss an den Wurzeln der Zähne ihr Unwesen treiben, produzieren Leichengifte, das sind Biotoxine, sogenannten Mercaptane ( Schwefelwasserstoffverbindungen ), und zwar konstant in kleinen Mengen, diese sind unglaublich toxisch für den Körper und müssen ständig über die Leber abgebaut werden. Dann gibt es noch die sogenannten NICO´s ( = Neuralgia Inducing Cavitational Osteonecrosis ), das sind stille Entzündungen im Kiefer, oft nach Weisheitszahnextraktion, auch wenn jene schon lange her ist. NICO´s sind sogenannte „fettige Nekrosen“, der Kieferknochen wird an der Stelle, wo der Zahn saß, durch konstante Entzündung aufgelöst, es entstehen Hohlräume, die meist über das normale Röntgenbild nicht sichtbar sind, dazu braucht es die 3-D- Aufnahme des Kieferknochens, um alle Herde im Kiefer, auch die der wurzelbehandelten Zähne ( Panoramaaufnahmen des Kiefers zeigen Herde nur im Vergleich des zeitlichen Verlaufs und auch nicht immer ) sichtbar zu machen.

Von diesen Herden ausgehend werden Entzündungsbotenstoffe produziert, die im Blut messbar sind, der Test, der am ehesten auf eine Entzündung im Kiefer schließen lässt, ist der sogenannte RANTES –Test über ein Berliner Labor, er kann einen Hinweis geben, aber meiner Erfahrung nach nicht zuverlässig genug, vor allem wenn sehr alte Entzündungen im Kiefer von vor vielen Jahren extrahierten Weisheitszähnen vorherrschen, weitere Marker wie Interleukine und TNFα ( zeigen eine chronische Entzündung an ) sowie das DVT ( 3-D- Aufnahme des Kiefers ) sind dann nötig.

Sie sehen, wenn Sie langfristig gesund sein wollen, MUSS der Kiefer herd-und entzündungsfrei sein sowie metallfreie Versorgung im Mund sein, metallfrei im Sinne von Keramikinlays, - kronen, - brücken und - implantaten. Ich wünsche Ihnen eine gute Gesundheit

 

19/07/28

komplexe posttraumatische Belastungsstörung und Hämopyrrolurie (HPU)... //

Normalerweise versuche ich aktuelle Artikel kurz zu halten, um Sie nicht über Gebühr zu beanspruchen, in diesem Falle geht das nicht und Sie müssten sich schon Zeit nehmen für das Thema und die Video-Kurzdokumentation, wenn Sie stattdessen lieber eine Spaziergang machen oder ein gutes Buch lesen, ist mir das auch recht, denn dann haben Sie etwas für sich getan und das hat sehr viel mit dem hier Genannten zu tun.

Zum Thema: „Hab ich noch nie gehört, weder das eine noch das andere“ sagen Sie sich jetzt vielleicht und damit liegen Sie im Trend. Von einer posttraumatischen Belastungsstörung könnten Sie vielleicht gehört haben im Zuge von Soldaten, die in Vietnam, Afghanistan oder im Irak waren, die mit den belastenden und überwältigenden Erfahrungen vor Ort im Kriegsgebiet nicht fertig wurden und nach Rückkehr in ihr Heimatland erfuhren, dass ihr Leben einfach auseinanderfiel, sie nicht mehr „funktionierten“, in manchen Fällen wohnsitzlos wurden und so weiter.

Komplexe posttraumatische Belastungsstörungen haben einen anderen Hintergrund. Es sind, wie der Name schon sagt, traumatische Erfahrungen, sie sind im Unterschied zur „einfachen“ Störung, die einen oder mehrere wenige konkrete Auslöser hatte, nicht so ohne weiteres identifizierbar.

Wenn Sie eine einfache posttraumatische Belastungsstörung haben, so haben Sie in der Regel ein konkretes Erlebnis, auf das Sie sich beziehen können, können sich daran erinnern, und haben in der Regel auch mit therapeutischer Hilfe eine schwere Zeit, darüber hinwegzukommen.

Komplexe posttraumatische Belastungsstörungen (= komplexe PTBS oder complex PTSD im englischen = complex posttraumatic stress disorder) liefern das nicht, sie fühlen zwar „irgendwas ist nicht in Ordnung“, sind womöglich wegen begleitender Störungen schon lange in psychiatrischer/psychotherapeutischer Behandlung, haben verschiedenste Diagnosen von Angststörung über Depression oder Erwachsenen-ADHS usw. erhalten, können aber keinen einzelnen Auslöser festmachen.

Warum? kPTBS bzw. cPTSD ist ein Geschehen das sich über einen langen Zeitraum entwickelt, sich summiert über viele Einzelerlebnisse, die immer wieder ähnlich sind, im Körper aber als „emotionales Trauma“ nur als pure Emotion abgespeichert wird. Sie fühlen überwältigende emotionale Traumareaktionen, wie es auch der Kriegsveteran tut, haben aber im Gegensatz zu jenem kein entscheidendes visuelles Erlebnis dazu. Oft tritt die traumatische Belastung auch zeitverzögert auf, nach 10 Jahren etwa, oder später, vor allem wenn die Traumatisierung in den ersten zwei Lebensjahren stattfand, da ist die Empfindlichkeit für diese Geschehnisse besonders hoch, hierzu kennt man in der Psychologie die „kindliche Amnesie“. Manche Erfahrungen werden sehr wohl erinnert, wie andauernde Misshandlungen, sexueller Missbrauch, physische und/oder emotionale Vernachlässigung, destruktive Beziehungen als Erwachsene u.a. als Formen und Ausdruck zwischenmenschlicher Gewalt, werden aber nicht als komplexes Trauma diagnostiziert noch damit in Verbindung gebracht.

Eine komplexe PTBS entsteht dadurch, dass Sie wiederholt Traumatisierungen ausgesetzt waren, die Ihre Bewältigungsmöglichkeiten, vor allem als Kind, überforderten. Sie waren der Situation ausgeliefert und konnten nichts dagegen tun, alles war überflutend und überwältigend und hatte katastrophale Ausmaße. Betroffene haben dadurch ein unsicheres Verhältnis zur Außenwelt, die Welt ist kein sicherer Ort mehr, sie entwickeln eine feindliche, misstrauische Haltung, ziehen sich aus jeglichem sozialen Leben zurück, entwickeln ein Gefühl der Leere und Hoffnungslosigkeit, vor allem weil sie aggressive und negative Impulse, die der auslösenden Situation geschuldet sind, nicht ausdrücken können, sind evt. ständig nervös und empfinden ein Gefühl der Bedrohung, fühlen sich emotional wie betäubt oder greifen tatsächlich zu betäubenden Substanzen. (Für das Fachpublikum: eine eigenständige Diagnose „komplexe posttraumatische Belastungsstörung KPTBS“ wird es erstmalig mit Inkrafttreten der ICD-11 in 2022 geben.)

Dabei gibt es Situationen, die Betroffene besonders stark reagieren lassen, erkennbar ist das unter anderem als Reaktion auf einen „Trigger“ (die Psychiatrie/Psychologie bezeichnet das als einen Schlüsselreiz, der einen „Flashback“ auslöst. Sind Sie betroffen, so haben Sie ein durch den Trigger ausgelöstes plötzliches, intensives Wiedererleben eines vergangenen Erlebnisses oder früherer Gefühlszustände, das kann so stark sein, dass Sie unfähig sind, diese als Erinnerung zu erkennen und Sie erleben das als aktuelles Ereignis).

Wie entsteht kPTBS?

Eine sehr eindrückliche beispielhafte Darstellung zeigt folgende Kurzdokumentation. Sie enthält deutsche Untertitel, so dass Sie den Inhalt verfolgen können. Wobei das Besondere daran ist, dass sich hier ein Mensch der Kamera stellt, der eine diagnostizierte besonders maligne Form der narzisstischen Persönlichkeitsstörung hat, die traumatisierte Menschen hinterlässt. Solche Menschen finden üblicherweise keinen Makel an sich, finden sich in Wirtschaft und Politik, aber sehr selten beim Psychiater und jene ziehen eine Spur traumatischer Verwüstung hinter sich her und galten bisher als unheilbar. 

Sam Vaknin, der Narzisst in der Doku, geht offen mit seiner Störung um, er war ein Wunderkind mit extrem hohen IQ, zu jener Zeit gab es wohl nur 7 Menschen weltweit, die das aufweisen konnten, er wurde bewundert und herumgereicht, im krassen Gegensatz dazu stand die andauernde physische Gewalterfahrung mit der psychotischen Mutter zu Hause, auf diesem Boden entwickelte sich die voll ausgeprägte narzisstische Störung. 

Richard Grannon, der Produzent der Kurzdoku, ist ein im englischen Sprachraum bekannter Coach und Autor, er kommt aus dem Martial Arts Bereich, hat eine psychologische Ausbildung, war selbst betroffen und hat entdeckt, dass verschiedene mentale Techniken der Selbstverteidigung sehr einfach auch bei Traumatisierten wirken, die sich –und dies ist ein Hauptmerkmal- nicht verteidigen können, der einfache und effektive Werkzeuge liefert, die Traumabindung zu überwinden und damit schon unzähligen Menschen sehr geholfen hat. Dabei ist es unerheblich, ob Sie sich in einem psychotherapeutischen Prozess befinden (dieser wird dadurch beschleunigt) oder nicht, diese Werkzeuge sind wertvoll weil sie funktionieren. Wie oben erwähnt ist ein wesentliches Element der Trauma-Störung das Erleben von Flashbacks. Ein besonders wirksames Werkzeug stellt er kostenfrei zur Verfügung, herunterladbar über seine Website spartanlifecoach.com, leider ist die Version dort nur auf Englisch mit dem Titel „How-to-stop-an-emotional-flashback“ erhältlich, mit seiner freundlichen Erlaubnis durfte ich jenen Kurs übersetzen ( deutscher Titel: Wie man eine emotionalen Flashback beendet) und er steht Ihnen derzeit in meinem Downloadbereich zur Verfügung, er ist kostenfrei und darf nicht zu kommerziellen Zwecken verwendet werden. Er basiert auf dem Grundlagenwerk von Pete Walker "Complex PTSD - from surviving to thriving" , seit 2019 auch auf deutsch erhältlich mit dem Titel "Posttraumatische Belastungsstörung - Vom Überleben zu neuem Leben" , Unimedica Verlag. 

Der Kurs erklärt was Flashbacks sind (sie würden sich wundern, was da alles dazuzählt!), kann eine Flashbackhäufigkeit von 95% auf 5-10% reduzieren, bei mehrfacher täglicher Anwendung der Hand-Gedächtnisstütze ( er empfiehlt 5x/Tag, über einen Zeitraum von 4 Wochen, Anwendungsdauer jeweils unter einer Minute ), er muss natürlich auch angewendet und nicht nur gelesen werden. 

Mittlerweile gibt es auch ein Update zur Gedächtnisstütze, wieder auf Englisch, die Untertitel können eingestellt werden ebenso die deutsche Übersetzung dazu.

Ja gut, aber was hat das jetzt mit Hämopyrrolurie zu tun?

Viel, wie ich finde. Dazu muss man natürlich verstehen was Hämopyrrolurie ist. Nach nochmals eindrücklicher Beschäftigung mit komplexem Trauma bin ich meine Kartei durchgegangen und hab all jene rausgefischt, die an dieser Stoffwechselstörung litten, was nicht so wenige sind, da die Störung oft in Gesellschaft von Autoimmunerkrankungen auftritt und ich muss sagen es war ein hoher Prozentsatz mit komplexer PTBS, laut anfänglicher und Folgeanamnesen, dabei. Das hat mich erstaunt und mich bewogen, hierüber zu schreiben. Nicht dass ich nicht wüsste wie weit ich mich aus dem Fenster lehne, aber es soll allen jenen helfen, die den Verdacht haben, oder es wissen, das eine oder das andere zu haben und die jeweils andere Seite nicht zu kennen.

Hämopyrrolurie ist, kurz gesagt, eine Störung der Hämbildung, Bestandteil des roten Blutfarbstoffes Hämoglobin. Es ist nicht so dass keines gebildet würde, sonst wären wir klinisch tot, aber überdurchschnittlich viele „Schrottmoleküle“ ( Pyrrole) - unvollständig durch fehlende enzymatische Leistung - die der Körper loswerden will, in kleinen Mengen tut er das regelmäßig über den Stuhl, in größeren Mengen muss er auch einen Teil über die Nieren ausscheiden.

Um jenes nierengängig zu bekommen, muss das falsch gebildete Häm „verpackt“ werden, dazu wird sehr viel Zink und Vitamin B6 ( noch ein paar andere Stoffe, aber im Wesentlichen sind es die beiden ) verbraucht, das bedeutet für den Betroffenen nicht nur einen Mangel dieser beiden so wichtigen Stoffe im Körper, es bedeutet einen Totalverslust. Einen Verdacht kann man schon bekommen, wenn das rote Blutbild einen veränderten Hämatokrit aufweist, ein reduziertes MCHC auftaucht, erhärtet wird der Verdacht über ein Mikronährstoffprofil aus dem Vollblut ( das ist wichtig, weil es die Versorgung der letzten 3 Monate abbildet und zum eigenen Hämatokrit ins Verhältnis gesetzt wird, eine alleinige Serumanalyse liefert hier keinerlei Aussage), bei dem Zink und B6 auffällig gering sind, bestätigt wird der Verdacht durch den Urintest, der die Diagnose möglich macht.

Jetzt werden Sie vielleicht sagen, mein Hausarzt belächelt dies und hält es für eine Modediagnose. Ja, das kann Ihnen passieren, Ignaz Semmelweis, der Begründer der modernen Krankenhaus-Hygiene, wurde zu Lebzeiten auch belächelt, weil er auf die Infektionsgefahren über Ärzte und das behandelnde Personal, hier speziell das Kindbettfieber, hinwies, heute sind die Erkenntnisse Semmelweis´ nicht mehr wegzudenken aus der modernen Medizin. Ebenso, und das habe ich noch selbst erlebt, war vor 25 Jahren zu Beginn meiner beruflichen Tätigkeit, damals noch als Heilpraktikerin, Darmsanierung essentiell, wurde als „Hokuspokus alternativer Spinner“ belächelt….dann wurde in den letzten Jahren das Thema evidenzmedizinisch konfisziert, intensiv beforscht, unzählige Studien, dazu wurde der Begriff Darmflora erstmal kurzerhand umbenannt in Mikrobiom.

Wenn also ihr Hausarzt lächelt, lassen Sie ihn lächeln, wir sprechen uns in ein paar Jahren, evt. Jahrzehnten, wieder. Mir ist das letztlich egal, wenn Störungen bestehen, werden sie diagnostiziert und behandelt, es soll Ihnen ja besser gehen.

Zurück zum Thema: Sie wissen jetzt, dass Sie, wenn Sie eine derartige Störung haben, einen Totalverlust an Zink und B6 haben, klingt erstmal billig, kann ja nicht so schlimm sein…

Doch, ist es, wenn man z.B. weiß, dass Zink an ca. 300 Stoffwechselprozessen im Körper beteiligt ist, sieht das schon wieder anders aus. Zink ( und B6) sind Co-Faktoren diverser Enzyme, ohne jene können Stoffwechselprozesse nicht ablaufen, wenn man z.B. weiß dass die Dopamin und Serotoninproduktion von diesen 2 wichtigen Faktoren ( neben Kupfer) abhängt, müssen Sie sich nicht wundern, wenn bei Ihnen die Symptome einer Angststörung oder Depression auftreten, Sie daraufhin diagnostiziert und evt. medikamentös behandelt werden. Sie sagen sich jetzt vielleicht `wait a minute´, das betrifft mich nicht… nun vielleicht haben Sie Histaminabbaustörungen, daraus resultierend verschiedenste Magen-Darm-Beschwerden, oft auch außerhalb dieses Bereiches, die Diaminooxidase ist – sie vermuten es schon – Zink und B6 abhängig! Betrifft Sie immer noch nicht? Nun, eventuell haben Sie zu wenig Magensäure, oft fälschlicherweise missinterpretiert als zu viel Magensäure und Sie bekommen PPI´s ( die Cardia, also der Mageneingang, schließt erst ab einem gewissen Säuregrad, ist der nicht erreicht, bleibt er offen, Magensäure fließt zurück in die Speiseröhre, es wird missinterpretiert als Magensäureüberschuss…)…Magensäure wird befördert durch die Carboanhydrase und die ist…na? Zink und B6 abhängig! Und….sind Sie jetzt betroffen?

Das sind nur Beispiele, diese Störung ist ein Chamäleon, und es ist höchst individuell wie sie sich bei Ihnen bemerkbar macht.

Nun aber zum Wichtigsten: Sie können ein komplett störungsfreies Leben haben, wenn Sie sich keinem Stress aussetzen, das ist der Schlüssel. Unter Stress kommt diese erhöhte Pyrrolproduktion (falsches Hämoglobin) erst zur Wirkung. Deshalb ist es für Hämopyrrolurie-Betroffene essentiell, den Stress in ihrem täglichen Leben zu reduzieren, oft kommen jene schon mit völlig erledigten Nebennieren an, einem Signifikator für lang andauernden Stress.

Jetzt denken wir nochmals zurück an unsere komplex Traumatisierten. Was bei einem Flashback abläuft ist nichts anderes als eine „fight-and-flight“-Reaktion, also Stress, dabei ist es unerheblich, ob sie jenen ausdrücken können oder nicht, der Körper produziert die nötigen „Chemikalien“. (Traumatisierte haben angegriffene Nebennieren. Die depressive Erschöpfung ist so ein Ausdruck davon).

Deshalb verstehen Sie jetzt eventuell auch mein Anliegen, emotionalen Stress aus Flashbacks zu reduzieren, denn das hat sehr anstrengende Auswirkungen auf ihren Körper.

Wenn jetzt die Hämopyrrolurie behandelt wird, passieren 2 entscheidende Dinge:

Mineralien, Spurenelemente versus Umweltgifte wirken kompetitiv im Körper, alles was Sie über Umweltbelastungen aufgenommen haben (Arsen, Cadmium, Blei, Quecksilber über einatmen, essen, rauchen etc.), wird als Ersatz für fehlende funktionelle Mineralien, Spurenelemente herangezogen, die betroffenen Enzyme funktionieren dazu dann nur noch halblebig oder gar nicht. Sobald der funktionelle Stoff wieder zugeführt wird, werden alles dysfunktionellen Stoffe ausgebaut, das führt vorübergehend zur Belastung und muss abgebunden werden, damit die Behandelten die Behandlung vor der entscheidenden Verbesserung nicht abbrechen und dranbleiben.

Als weiteres passiert aber auch, um den Ringschluss zur kPTBS zu bekommen, dass der Körper wieder funktioniert wie er soll, überall da wo traumatisch dissoziiert wurde ( eine Art Abspaltungsreaktion, um sich vor traumatischen Inhalten zu schützen, nicht zu fühlen was eigentlich gefühlt werden sollte) tritt Erinnerung auf, entweder, der Betroffene nimmt allein schon diesen Vorgang als Wohltat war, da er jetzt in einem anderen Zustand ist und sich mit allem auseinandersetzen kann, oder aber die Inhalte drängen ihn zu einer Lösung, da flashbacks als behindernde lebenseinschränkende Realität angegangen werden müssen. Wenn man so will ist die HPU (Hämopyrrolurie) ein Überlebensnetz für Traumatisierte, sie hilft, solange das Trauma nicht adressiert werden kann, da vieles im Körper nicht wahrgenommen werden kann weil es schlichtweg nicht funktioniert. So fühlt man nicht wie all der unausgedrückte Schmerz, der Ärger, die Traurigkeit etc. einen festhält und im ungünstigsten Fall chronisch krank werden lässt. Hämopyrrolurie wird aber behindernd, wenn die Lebensrealität eine andere wird und man sich mit den grundlegenden Faktoren im Körper auseinandersetzen kann, da man sicherer, stärker, kompetenter, erwachsener wurde, dann braucht man dieses Netz nicht mehr. Bis jetzt gab es eine angeborene und erworbene Form, ich bin der Meinung dass eine HPU nicht vollständig ausheilen kann, wenn Flashbacks und Traumainhalte nicht bearbeitet wurden. Man wähle den Zeitpunkt der Behandlung gut. Und dazu ist es gut Stress, flashbacks anzuschauen, zu reduzieren, und die körperlichen Speicher an Zink, B6 ( und evt. andere ) aufzufüllen, wenn erworben, dann die nötigen Maßnahmen zu ergreifen, wenn angeboren dann wird die geringe Erhaltungsdosis an Zink, B6 bleiben und es ist gut zumindest die eigene Rolle im Familiengefüge oder in der letzten unguten Partnerschaft oder was auch immer Sie traumatisierte, zu verstehen. Ich wünsche Ihnen eine erkenntnisreiche Zeit.

 

 

17/06/27
Riskiokompetenz -   Haben Sie noch Angst oder entscheiden Sie schon ?  //  
Sie fragen sich, ob Sie ein PSA- oder Mammografie- Screening durchführen lassen sollen und verstehen absolut nicht, was Ihr Arzt Ihnen erklärt, schlimmer noch, Sie sind vollständig verwirrt, wenn Sie, das Merkblatt in der Hand, die Arztpraxis verlassen? Nun, damit sind Sie nicht alleine, Ihr Arzt versteht es oft genauso wenig. Wenn er Ihnen erklärt, Ihr Brustkrebsrisiko sinke um 25%, wenn Sie am Screening teilnehmen, dann denken Sie doch sicher, 25 von hundert bzw. 250 von 1000 Menschen weniger werden daran erkranken. 25 % !!  Das ist doch mal eine Zahl! Da würden Sie sicher mit einem Angstgefühl die Praxis verlassen, und Ihre Entscheidung kann ob dieser Zahl nicht mehr überlegt sein. Was aber, wenn hier relatives mit absolutem Risiko verwechselt wurde? Wenn die Untersuchung statistisch gesehen  5 statt 4 von 1000 ! ( also so gesehen 25% mehr) Frauen hervorbringt, die an Brustkrebs erkranken, die Sterblichkeitsrate hiervon aber unberührt bliebe, wäre also gleichbleibend, mit oder ohne Screening? Im Gegenzug stünden dazu aber weitere aufwendige Untersuchungen, monatelange Unsicherheit, bis Entwarnung gegeben werden kann, daß kein progressiver Krebs vorhanden ist....aber auch das Erfassen von Tumoren, die kein wirkliches Risiko für Frauen darstellen, in der Konsequenz aber nicht selten zur vollständigen Brustentfernung führten, fallen leider in das Portfolio des Screenings... Nun, mit diesem Hintergrund hätten Sie es schon leichter, eine Entscheidung zu treffen... Und was das PSA- Screening betrifft, so sind die Risiken 1:1, es ändert sich für Sie nichts, ob Sie hingehen oder nicht. Werden Sie risiko-und gesundheitskompetenter und lauschen Sie diesem Herrn, der Ihnen dazu einiges zu sagen hätte:

( beachten Sie bitte vor dem Abspielen des Videos meine Datenschutzerklärungen )

Eine gute Quelle zu den Faktenboxen finden Sie hier: Faktenbox Brustkrebsfrüherkennung und hier: Faktenbox Prostatakrebsfrüherkennung. Faktenboxen sagen Ihnen nicht, was Sie tun sollen, dieser Paternalismus soll anhand der Boxen nicht weitergeführt werden: sie helfen eher dabei, selbst zu entscheiden bei der Frage "Was ist mir wichtig?".... und jeder, der den Mut hat, das zu tun, wird anhand der Boxen unterstützt.

17/06/11
Ethik in der Rhetorik - oder: was man mit Worten alles anrichten kann... // 

In Zeiten brisanter politischer Reden, die großflächig Angst machen können wenn Sie von amtierenden Präsidentschafts-Persönlichkeiten erfolgen nehme ich kopfschüttelnd wahr, welche Art der Rhetorik ins Amt hilft. Die Eigenauskunft "man sei in bester Verfassung" einen rätselnd zurückläßt und frau sich fragt was passieren wird, wenn eine persönliche Präsidenten-Krise auftaucht, das Atomköfferchen liegt ja in Reichweite...

Aber auch der z.B. heikle medizinische Befund, ungut kommuniziert, wird mehr Schaden anrichten als eine heilsame Richtung aufzeigen. Wieviel Macht in Worten steckt, wird hier sehr klar.

Aus diesem Anlaß würde ich gerne den Vortrag  eines sehr lieben Freundes vorstellen, Dr. Franz-Hubert Robling, der sich der Rhetorik und der Ethik in derselben  verschrieben hat. Er behandelt das "Instrumentalisierungsverbot", ...die "Persuasion, die nicht mit allen Mitteln angestrebt werden darf" (Minute 42:30)  was bis zu einer "Verletzung der Menschenwürde" (Kant, Minute 43) reichen kann... Gute Themen, historisch aufgearbeitet...

( die Tonqualität ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, wird aber nach ein paar Minuten, etwa ab Minute 6:50 deutlich besser ) 

Einfach  was passieren kann, wenn Gewalt in der Sprache, historisch aus der gewaltsamen Handlung entstanden, seine Opfer findet, auch die Lösungsansätze werden präsentiert. Viel Freude beim Hören!  //